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| Karlis Ferien |
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| ISBN 3-85409-231-8 |
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einem
Universitätsassistenten geschildert wird, um gemeinsam an einer
Übersetzung zu arbeiten, was aber daran scheitert, daß der
Koübersetzer dem Islam verfallen ist und lieber in die Moschee
geht und betet statt zu übersetzen. Die letzte Erzählung
schließlich "Die Welt besteht im Hinhauen" spielt ebenfalls an der
Universität. Es geht um Intrigen, Schaumschlägerei, sinnlose
Bewunderung, Haß und Rivalität. |
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Rezensionen
Normaler Wahnsinn. |
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Textprobe
Im Crocodile anzurufen hat gar keinen Sinn. Da kriegt er für heute
abend sicher keinen Tisch mehr. Macht nichts. Das kennt er eh schon.
Es gibt ja auch noch andere interessante Restaurants in Straßburg.
Mal im Michelin nachschauen. Wie wär's denn mit dem Buerehiesel. Das
hat zwar nur einen Stern. Dafür soll es sehr schön liegen. Im Park
der Orangerie. Das schaut er sich jetzt einmal an. Er ruft gleich an
und bestellt einen Tisch. Das hat geklappt. Er nimmt natürlich das
große Menü. Tu fest essen, Karli, hat seine Oma immer gesagt. Essen,
lernen, ausruhen, essen, schlafen. Die Alte hat ein einfaches, aber
klares Weltbild gehabt. Jetzt war er so fleißig und hat so einen
schönen Vortrag gehalten. Jetzt gönnt er sich was. Das darf er schon.
Was soll er denn für einen Wein nehmen. Zum Fisch natürlich einen
Elsässer Riesling. Zu den Rehnüßchen nimmt er einen Bordeaux. In
Frankreich gibt es keine halben Flaschen. Aber es muß ein weißer und
ein roter sein. Macht nichts. Das wird ihn heiter stimmen.
Lachstartar. Mhm. Gar nicht so übel. Frisch, ein Hauch von Meer.
Vielleicht eine Spur zu sauer. Der Wein ist vorzüglich. Rassig,
fruchtig, mit dezenter Blume. Streng genommen hätte sich eher ein
weißer Burgunder gehört. Ein bißchen zu viel Limone ist im Tartar.
Oder bildet er sich das nur ein? Seezunge in Gurkensauce. Die Sauce
ist originell; samtig; der Fisch gerade richtig in der Konsistenz.
Wieso haben die nur einen Stern? Bis jetzt kann er nicht sagen, daß
das Essen hier schlechter ist als beim Witzigmann. Was ist das für
ein Fleisch? Das kennt er gar nicht. Das muß irgendein Vogel sein.
Da muß er zu Hause nachlesen. Schmeckt sehr apart. Die Bedienung
läßt aber zu Wünschen übrig. Im Crocodile ging das Schlag auf Schlag.
Was ist denn mit der Kellnerin los? Das Sorbet ist nicht besonders
bemerkenswert. Die Rehnüßchen sind tadellos. Innen noch rosa, fast
blutig. Wirklich nicht schlechter als beim Witzigmann. Die Sauce ist
etwas dünn; beim Witzigmann ist sie voller; er bindet sie auch mit
Gänseleber; vielleicht ist das so besser? Der Bordeaux ist subtil;
aber ist er nicht zu jung? Einen wirklich alten Bordeaux kann man
sich ja gar nicht leisten. Wie wohl ein 45-er Latour schmeckt? Wenn
er einen Ruf kriegt, wird er einen trinken. Dann ist er ja Beamter
auf Lebenszeit. Vielleicht haben sie nicht so ein großes Repertoir,
daß sie nur einen Stern haben. Die Kellnerin läßt sich wieder ganz
schön Zeit. Das kann doch nicht wahr sein. Seine Stirn umwölkt sich.
Er hat sich doch nicht getäuscht. Sie stinkt wirklich penetrant nach
Schweiß. Das ist stark. Die Käseplatte ist wie immer wunderbar. In
Frankreich gibt es noch einen Dessertwagen. Himbeersorbet,
Brombeersorbet - göttlich - weiße Schokoladetorte. Noch ein
Nachschlag vom Sorbet. Kaffee, Cognac, Zigarre. Jetzt wird's
behaglich. Er sollte bezahlen und langsam ins Hotel fahren.
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