Publikationen |
| So eine schöne Liebe |
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| ISBN 3-85409-249-0 |
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Und ist es doch Claudia Erdheim, die diese Geschichte erzählt, in
gewohnt rasantem Tempo, realistisch und direkt: Aus der ihr eigenen,
fast ausschließlich dialogisch aufgebauten Erzählweise läßt sie den
Leser auf die emotionale Wirklichkeit ihres Liebespaares schließen. |
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Rezensionen
Peinlich genaues Liebesjahr |
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Textprobe
Renate hat immer gesagt, ich soll eine Psychoanalyse machen. Ich
bin doch nicht schwierig. Du wirst sehen, ich bin überhaupt nicht
schwierig. Eugen schwitzt. Du wirst sehen, das Schwitzen wird
aufhören. Es macht nichts, wenn du schwitzt. Das wird sicher
aufhören. Das ist psychisch. Renate hat gesagt, ich hab eine
Schizophrenie. Aber woher, davon kann keine Rede sein. Ich bin
überhaupt nicht schwierig, du wirst sehen. Willst du duschen? Ja.
Sie gehen zusammen ins Bad. Eugen duscht, Sophie schaut ihm zu. Er
ist glücklich. Renate hat immer zugesperrt. Die ist so schamhaft.
Was? Sophie staunt. Ja. Wir waren nie zusammen im Bad. Sie hat immer
zugesperrt. Hast Du die Renate nie nackt gesehen? Nein. Hm. Ich
möchte ein bißchen schlafen. Sie gehen zusammen in Sophies
Schlafzimmer und fallen wieder übereinander her. Du bist plötzlich
ein ganz anderer Mensch, sagt Eugen. Das sagt er ihr jetzt nach,
denkt Sophie. Ich hab ein bißchen Angst vor einer zu engen Beziehung.
Weil es mit dem Reuter so eng war, weißt du. Eugen schaut fragend.
Das versteht er nicht, denkt Sophie. Renate hat mich für doof
gehalten. Sie hat gesagt, ich versteh nichts von der Liebe, weil
ich keine Liebesromane les. Ich kann aber keine Romane lesen. Die
sind immer so lang. No ja, man kann auch was von der Liebe verstehen,
ohne Liebesromane gelesen zu haben, sagt Sophie. Einmal hab ich mir
ein Buch gekauft. Sexualität und Liebe. Ein Taschenbuch. In Holland
hab ich das gekauft. Das hab ich vor Renate versteckt. Sie hat mich
ja für doof gehalten. Sie hat gesagt, ich bin schwach potent. Sophie
lacht schallend. Was? Ja. Davon kann keine Rede sein. Das liegt aber
an dir. Ja, das liegt an dir. No ja. Die Elfriede würde staunen, wenn
sie mich jetzt sehen könnte. Sophie zuckt. Eugen lacht. Sie hat immer
gesagt: so wird das nie was. Aber ein bißchen was hat sie mir
beigebracht. Eugen lacht verschmitzt. Was denn? Eugen ist verlegen.
Über Frauen. Daß Frauen feucht werden. Ja, sagt Eugen schamhaft. Sie
hat immer den Sohn mitgehabt. Die würde staunen, wenn sie mich jetzt
sehen könnte. Sophie schaut betreten. Jetzt kann ich ja bei anderen
Frauen anwenden, was du mir beigebracht hast. Sophie schaut betreten.
Eugen lacht. Ich bin verführbar. Sophie schaut betreten. Du mußt dich
eben anstrengen. Sophie schaut betreten. Renate hat mich ja für doof
gehalten. Ich hab sie immer mit anderen Frauen geärgert. Von dir hab
ich ihr auch erzählt. Sophie hat wieder einen neuen Roman geschrieben,
hab ich ihr gesagt, und hab ihr das Buch hingelegt. Ich hab
absichtlich Sophie gesagt. Damit sie sich ärgert. Renate sagt, ich
bin kindisch. Bei einem Straßenfest hab ich mir einmal ein rotes Herz
auf die Wange malen lassen und bin so nach Hause gegangen. Da hat sie
gespottet. Unsere Beziehung darf nicht asymmetrisch sein. Und ehrlich
muß sie sein. Wenn einer einmal mit einem anderen schläft, soll er es
sagen. Hm, das wird nicht vorkommen. Es kann ja sein. Ich will nicht
mit jemand anderen schlafen. Es kann ja einmal sein. Du weißt ja, ich
bin verführbar. Hm.
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